Nachruf Dr. Martin Bödicker

Mit Fassungslosigkeit mussten wir die traurige Nachricht entgegennehmen, dass unser langjähriger Taichi-Lehrer und Gefährte im Alter von erst 55 Jahren verstorben ist.
Martin ist es zu verdanken, dass das Wu-Taichichuan von Ma Jiangbao in Deutschland und Europa Fuß fassen konnte und zu dem geworden ist, was es heute ist. Er, so wie seine leider vor 11 Jahren verstorbene Frau Freya, opferten ihre akademische Karriere zugunsten der Verbreitung des Taichichuan, welches Meister Ma 1986 nach Europa brachte. Er scheute keine Mühe um das Wissen von Meister Ma uns allen zugänglich zu machen. Durch das Beherrschen der chinesischen Sprache und seinem naturwissenschaftlichen Wissen und den engen Kontakt zu Meister Ma, verfasste er Bücher und Unterrichtsmaterial, was dem westlichen Schüler überhaupt erst das Wesen der Taichi-Kunst und der dahinterstehenden Philosophie ermöglichten. 
Ebenso erlernte Martin wie kein Anderer die Praxis des Taichichuan direkt aus Meister Ma’s Hand. Mit den praktischen Fähigkeiten und dem Wissen dazu, war er über Jahrzehnte die Anlaufstelle für Lernende des Wu-Stils schlechthin. Seine Seminare, meistens in Verbindung mit Meister Ma, prägten die gesamte deutsche Schülerschaft.

Er gründete den EWTC e.V. als repräsentative Organisation von Ma Jiangbao in Europa, die an den Shanghaier „Verein“ von Meister Ma’s Eltern -Wu Yinghua und Ma Yuehliang- symbolisch angegliedert wurde. Ebenso eröffnete er sein Taichi-Forum und in sämtlichen Organisationen tragen Lehrer sein Wissen und das von Meister Ma weiter.

Martin zog sich aus privaten Gründen 2009 vom öffentlichen Taichi-Leben zurück bereicherte die Schülerschaft jedoch noch mit Büchern zum Thema Chinesische Philosophie und Taichichuan über einige Jahre. 

Insgesamt kann man den Wert seines Schaffens nicht hoch genug einschätzen. 
Wir alle profitieren noch heute direkt oder indirekt davon.
Umso mehr bedauern wir, dass sein Leben so früh enden musste und er nach Ma Jiangbao in 2016 nun auch gegangen ist. 

Möge er nun seinen Frieden finden und mit stolz auf sein Werk hinabblicken können.

Udo Kästner, 
im Namen des Vorstands des EWTC e.V.